Die WerteUnion ist der konservative Flügel in der CDU/CSU, der Merkel lieber gestern als morgen loswerden würde. Dennoch wird den WUlern von Seiten der AfD oder anderer Oppositioneller vorgeworfen, wirkungslos zu sein. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Alexander Mitsch darüber.

Herr Mitsch, innerhalb der CDU hat sich gerade die „Union der Mitte“ gegründet, eine Gruppe der Merkel-Anhänger. Können die Ihnen gefährlich werden?

Nein, die haben keine neuen Ideen, keine inhaltlichen Aussagen, keine Strukturen. Das ist ein linkes Grüppchen, das die Wagenburg um ihre Vorsitzende Merkel schließt. Für mich sieht das nach Verzweiflung aus.

Die Fraktion im Bundestag steht aber offenbar fest hinter Mutti.

Das sehe ich anders. Durch Seehofers Streit wurde die Asylwende eingeleitet. Erstmals seit 2015 ist es möglich, Unberechtigte in Ankerzentren festzusetzen und abzuschieben. Die Umsetzung ist jetzt das Problem. Es bewegt sich langsam etwas, aber es bewegt sich doch, um mit Galilei zu sprechen.

Die von Ihnen gegründete WerteUnion wird von Kritikern als wirkungslos betrachtet. Sie träten kaum in Erscheinung und würden Merkel und ihrem Regime keine Steine in den Weg legen.

Wir sind die Speerspitze des Wechsels in der Union, die Pioniere; wir vernetzen die Kritiker des Kurses unter Merkel. Wir arbeiten daran, die interne Diskussion zu verändern. Wir wollen die Mitte der Union nach rechts verschieben, um die linke Schieflage der Union zu korrigieren. In unserem Windschatten trauen sich konservative Mitglieder wieder, das Wort zu ergreifen. Die WerteUnion zieht sozusagen das Feuer auf sich und entlastet die klassisch christdemokratischen Stimmen dadurch.

Das bleibt nicht ohne Folgen: Die WerteUnion bekommt täglich neue Mitglieder. An manchen Tagen sogar im zweistelligen Bereich. Insgesamt sind wir schon fast 2.000, die auch Beitrag zahlen.

Nicht nur innerhalb der Union werden klassisch Konservative attackiert; sondern auch in der Gesamtgesellschaft. Vor ein paar Wochen fand in Berlin die Ausgehetzt!-Demo statt, zu der etwa 130 „zivilgesellschaftliche“ Organisationen gerufen haben. Es folgten über 20.000 Demonstranten gegen „Hetzer“ Seehofer.

Da muß ich schmunzeln. Als ich mein politisches Engagement Anfang der Achtziger begann, wollte Helmut Schmidt gerade amerikanische Atomraketen in Deutschland stationieren, um den sowjetischen SS20 etwas entgegenzusetzen. Da sind Millionen Demonstranten dagegen auf die Straßen gegangen! Mit welchem Erfolg? Die Pershing-Raketen wurden stationiert.

Ein interessanter historischer Vergleich. Man hat allerdings heute den Eindruck, dass die Linken gar keine Millionen mehr zusammenrufen müssen, weil sie in jedermanns Kopf sind. Nicht nur in Deutschland, sondern fast überall im Westen. Ein Beispiel: Der jüdische Journalist Ami Horowitz stellte sich auf den Campus der UC Berkeley, dem Herz der Finsternis, und wedelte mit einer US-amerikanischen Fahne. Er wurde von Akademikern und Studenten als Nationalist u.ä. beschimpft. Einen Tag später wedelte er mit der Schwarzen Fahne des IS – und bekam gereckte Fäuste als Zeichen der Unterstützung zu sehen. Allerdings nicht von Mohammedanern, sondern von punkig zurechtgemachten weißen Frauen. Was ist da los?

Ich bezweifle, dass solche Faustrecker wissen, was der IS ist und was er tut. Junge Studenten befinden sich oft in einem Selbstfindungsprozess und empfinden Sympathie für Underdogs oder Revoluzzer, egal, für welche.

Das allein reicht aber noch nicht als Erklärung. Viele westliche Jugendliche haben keine vernünftigen Werte mehr. Ihr Wert ist der inhaltsleere Wohlstand; es zählen nur noch das Handy und das Internet, Amüsement. Häufig entsteht daraus undifferenzierte Kritik an irgendwas.

An „irgendwas“ wäre zum Beispiel der „Rassismus“. Gerade hat Mesut Özil uns Deutschen Rassismus vorgeworfen, was kurz danach von einem Kurden, Sawsan Chebli und anderen Ausländern mit der #metwo-Aktion sekundiert wurde.

Wirklichen Rassismus gibt es glücklicherweise kaum in Deutschland. Daher laufen die linken Parolen darüber ins Leere. Die Mehrheit der Fußball-Fans zum Beispiel kritisierte Özil wegen seines Treffens mit Erdogan und seiner schlechten Leistung. Die Fans sagen sich, wenn der Depp sich mit dem Diktator trifft, ist er selber schuld, wenn es schlechte Presse hagelt.

Ich muss allerdings zugeben, dass unser Sprachgebrauch von linken Konzepten durchdrungen ist. Das ist den Linken wirklich gut gelungen. Zum Beispiel gilt in der Öffentlichkeit „links ist besser als rechts“. Das stimmt aber nicht. Mitte-links – und Mitte-rechts sind grundsätzlich beide gleichwertig – auch wenn ich mich natürlich Mitte-rechts verorte – und die Extreme sind beide gleich schlecht.

Sie gründeten die WerteUnion als Reaktion auf Merkels staatsstreichartige Grenzöffnung/-Offenlassung, die uns weiterhin jährlich bis zu sieben HartzIV-Großstädte ins Land spült.

Durch die unkontrollierte Masseneinwanderung sind viele Deutsche aufmerksam geworden. Ich selbst bin 2015 nach langer Abstinenz in der JU/CDU re-politisiert worden, weil ich mich meinen Kindern und dieser Gesellschaft verantwortlich fühle. Wenn wir nicht aufpassen, verändert sich unsere Gesellschaft von europäisch-christlich in afrikanisch-muslimisch. 50% der Muslime sind der eigenen Aussage zufolge Scharia-Anhänger. Außerdem werden vielfach Ressentiments gegen Ausländer erst durch die Massenimmigration und ihre Probleme erzeugt.

Linke Christdemokraten, zum Beispiel von der Union der Mitte, wenden ein, dass wir Flüchtlingen helfen müssten. Das gebiete unsere historische Verantwortung bezüglich der Verbrechen des Nationalsozialismus und des Kolonialismus.

Wissen Sie, echte Helfer tun wirklich etwas und reden nicht nur. Sie nehmen selber Flüchtlinge in ihren Wohnungen auf, spenden signifikante Beträge oder gehen selber nach Afrika usw. Die so genannten Gutmenschen hingegen sind meist eigennützig, suchen Sinn für ihr eigenes Leben und erheben sich gerne moralisch über andere. Und nicht zuletzt bereichern sie sich oft sogar. Wenn mal jemand einen Migranten bei sich im Haus aufnimmt, dann gern einen unbegleiteten Minderjährigen, der mehrere tausend Euro pro Monat aus der Staatskasse einbringt. Hilfe vor Ort wäre dagegen sehr viel effizienter.

Wann ist für Sie der Umkehrpunkt erreicht, an dem das Land nicht mehr vor kompletter Übernahme durch uns feindlich gesinnte Immigranten verhindert werden kann?

Wir haben vermutlich noch Jahrzehnte Zeit, bis Deutschland und Westeuropa mehrheitlich von Arabern und Afrikanern besiedelt sein werden. Das sollte uns aber nicht beruhigen, denn die schlechten Entwicklungen durch die verfehlte Immigrationspolitik sind nur sehr schwer umzukehren. Daher müssen wir JETZT den Hebel umlegen, sonst ist spätestens in einigen Jahrzehnten nichts mehr zu ändern. An jedem Tag, an dem wir nichts tun, wird es schlimmer werden.

Konkret: Die afrikanischen Sozial- und Justizflüchtlinge aus Italien und Spanien kommen nach und nach alle nach Deutschland. Was tun?

Wir müssen Grenzkontrollen durchführen, Illegale in die von Seehofer errichteten Ankerzentren schicken und dann schnellstmöglich abschieben.

Einwand: Dobrindts „Abschiebe-Verhinderungsindustrie“ ist sehr effizient. Der abzuschiebende Schüler in Nürnberg z.B. wurde durch in Windeseile mobilisierte Hunderte Antifa-Aktivisten und Jugendliche vor der Polizei geschützt. Es gab regelrechte Tumulte.

Das muss laufen wie bei den Kernkraft-Blockaden früher. Da wurde konsequent geräumt. Zwar kann die Polizei mangels Masse nicht immer sofort durchgreifen. Aber nehmen Sie das Beispiel Ellwangen: Nach den Tumulten rückte die Polizei einen Tag später mit mehreren Hundertschaften an und sorgte für Ordnung. Der Staat besitzt das Gewaltmonopol und muss langen Atem haben.

Störer und Blockierer können wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Landfriedensbruch angeklagt werden. Die meist erheblichen Kosten sollten ihnen aufgebrummt werden. Das machen die meisten kein zweites Mal.

Noch ein Einwand: Linke, die wegen politisch motivierter Straftaten vor Gericht stehen, können auf erhebliche Spendenbereitschaft hoffen. Das beste Beispiel ist der häufiger angeklagte Antifa-Pfarrer Lothar König.

Das klappt ein paar Mal. Wenn aber laufend jemand vor Gericht steht und jedes Mal Tausende Euros fällig werden, geht den Spendern irgendwann auch die Luft aus. Die geben erfahrungsgemäß immer nur so viel, dass es nicht wirklich weh tut.

Manche linke Christdemokraten werfen Ihnen vor, die AfD zu kopieren.

Kein Wunder, die AfD sagt heute oft das, was die CDU und die CSU früher sagten – vor gar nicht einmal so langer Zeit. Denken Sie an Merkels Reden auf Parteitagen und im Bundestag im letzten Jahrzehnt. Die CDU-Führung hat mit ihrem Linkskurs sehr viele Menschen politisch heimatlos gemacht. Deshalb ist die Stärke der AfD ein Symptom des Versagens der CDU-Spitze.

 

Wir danken für das Gespräch!

 

 

 

 

 

 

 

 

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