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  • Auf Autofahrer kommen sehr wahrscheinlich höhere Kosten zu: Die Öl- und Spritpreise könnten so deutlich steigen wie lange nicht mehr.
  • Grund sind die anstehenden weiteren Sanktionen der USA gegen Iran, die den Ölmarkt empfindlich treffen dürften.
  • Schon jetzt überprüfen viele Kunden die Benzinpreise über Apps – doch seit das möglich ist, ändern Tankstellen auch noch öfter ihre Preise.

 Von Thomas Schlawig

 Die Benzinpreise könnten steigen wie lange nicht mehr. So titelte die als Alpen-Prawda verschriene Süddeutsche Zeitung.  Und sie macht auch gleich den Preistreiber aus. Nämlich die USA und ihren Präsidenten Donald Trump.

Das Blatt suggeriert, daß durch den Ausfall des Iran als Erdölproduzent die Preise steigen werden, da Rußland und Saudi-Arabien diesen nicht kompensieren könnten, da sie selbst bereits nahe am Rekordniveau produzieren.

Deutschlands Autofahrer und die Wirtschaft würden sich für den Rest des Jahres einem unkalkuliertem Kostenrisiko gegenüber sehen. Schon jetzt würden die Preise nach oben gehen und der Preis ein Faß (159 Liter) der wichtigen Nordseesorte Brent sei binnen Jahresfrist um 40 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig schreibt die SZ, daß im Sommer 2014 ein Faß Rohöl etwa 115 Dollar (101 Euro) kostete. Derzeit wird ein Barrel Rohöl an der Frankfurter Börse mit rund 71,80 Dollar  notiert. Mit ca. 62,70 Euro ist der Rohölpreis somit vom Stand Sommer 2014 weit entfernt. Aufgrund eines anhaltenden Überangebotes und geringer Nachfrage ging der Preis damals auf ca. 30 Dollar pro Barrel zurück.

Derselbe Mitautor des SZ-Artikels – ein gewisser Jan Willmroth – der jetzt steigende Rohölpreise beklagt, beklagte noch im Jahr 2015 genau das Gegenteil, nämlich fallende Rohölpreise. Unter dem Titel „Das schwarze Gold wird zum Klimagift“ schrieb er im Dezember 2015 in der WirtschaftsWoche:

Den Kampf gegen die Erderwärmung macht ein niedriger Ölpreis nicht leichter. Warum, das lässt sich beispielsweise an deutschen Tankstellen und Heizungskellern besichtigen, oder aber in der Verkaufsstatistik für Autos in den USA. Dort ist Sprit so billig, dass mehr Menschen als je zuvor große SUVs mit riesigen Motoren kaufen. Mittelfristig sorgen niedrige Spritpreise dafür, dass Menschen öfter mit dem Auto fahren.

Statt sich über die steigenden Öl- und somit Benzinpreise zu beklagen, sollte er Donald Trump dankbar sein damit die „Erderwärmung“ zu verhindern. Aber darum geht es in diesem Fall nicht. Es geht einzig und allein darum, die Politik Trumps zu verteufeln und dem Autofahrer vor Augen zu führen wer für die hohen Benzinpreise verantwortlich ist. Er hofft, daß der Autofahrer eins und eins zusammenzählt und bei kommenden Wahlen sein Kreuz keinesfalls bei einer Partei (AfD) macht, die eine ähnliche Politik vertritt.

Sollte  Herr Willmroth allerdings wider Erwarten ein Herz für die Geldbörsen der Autofahrer haben, sollte er doch einmal das Thema Öl und Gas in Griechenland aufgreifen. Vor der Haustür Europas befinden sich gigantische Öl-und Gaslager, welche nicht nur Griechenland schuldenfrei machen würden, sondern darüber hinaus ganz Europa über Jahrzehnte von anderen Lieferanten unabhängig machen würde. Dazu ein sehens- und hörenswertes Video mit dem Börsenexperten Dirk Müller bei „Markus Lanz“. Darin unterstellt der Propagandist Lanz entweder aus Dummheit, Unwissenheit oder Vorsatz Dirk Müller „finstere Mächte“ und „Verschwörungstheorien“ erfunden zu haben, welche Griechenland wissentlich und vorsätzlich in den Ruin treiben würden. Zudem bezweifelt er, daß es in und um Griechenland überhaupt diese Öl- und Gasvorkommen geben würde.

Dem Internet sei Dank habe ich einen SPIEGEL-Artikel vom 18.03.1974 gefunden, in dem genau das Gegenteil festgestellt  wird. Allerdings kann Lanz ihn nicht gelesen haben, denn er war zu dieser Zeit gerade mal fünf Jahre alt. Vielleicht sollte er es nachholen.

Schon 1929 hatte ein griechischer Wissenschaftler die These vertreten, Thassos liege möglicherweise über einer riesigen Ölblase, die vom rumänischen Ploiesti bis nach Libyen reiche. 1942 hatten deutsche Wissenschaftler erste Pläne für Probe-Bohrungen bei Thassos aufgestellt. Seit 1968 übertrugen die Griechen bisher 15 amerikanischen Firmen das Recht, auf einer Gesamtfläche von 60 000 Quadratkilometern nach Erdöl zu bohren.

Damit ist nicht nur das Nichtvorhandensein griechischer Gas- und Ölfelder widerlegt, sondern auch noch das „Spiel“ der Mächte entlarvt und bewiesen. Weiterhin schrieb der SPIEGEL, daß die Griechen mit ihrem Reichtum nicht glücklich werden würden. Schon gar nicht können die griechischen Autofahrer in absehbarer Zeit auf billigeren Treibstoff hoffen. 1974 zahlten sie etwa 1,50 Mark pro Liter Superbenzin und somit den zweithöchsten Betrag in Europa. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Bei meinem letzten Kreta-Besuch betrug der Preis für einen Liter Super nahezu 1,80 Euro. Warum ist das so?

Griechenland hat sich in einem Vertrag mit Oceanic Royalties 15 Prozent der Produktion und einen Anteil von 50 Prozent am Reingewinn der Förder- und Betriebsgesellschaft gesichert. Weitere Mengen des geförderten (eigenen) Öls müssen die Griechen laut Vertrag allerdings zum selben Preis kaufen, den sie für ihre Rohöl-Importe aus arabischen Ländern bezahlen.

Der „Kolonialvertrag“ (so die regierungsnahe „Estia“) garantiert den Amerikanern das Recht zur Ausbeutung der Unterwasser-Schätze für einen Zeitraum von 26 Jahren; eine Verlängerung um zehn Jahre ist ausdrücklich vorgesehen — mithin so lange, wie der Vorrat wahrscheinlich reicht.

Mit den 26 Jahren war das Jahr 2010 erreicht und mit der ausdrücklichen Verlängerung um zehn Jahre war das Jahr 2010 erreicht. Just in diesem Jahr kam es zu der bis heute anhaltenden Griechenland-Krise. Wer mag Zweifel haben, daß diese vorsätzlich herbeigeführt wurde um Griechenland am langen Arm verhungern zu lassen. Nachzulesen ist das alles in Dirk Müllers Buch „Showdown“. Wenn der Propagandist Lanz all diese Fakten anzweifelt und eine Verschwörungstheorie unterstellt ist klar, in wessen Auftrag er handelt. Ebenso ist klar, warum der Schreiberling der SZ Willmroth diesem Thema niemals nachgehen wird.

„Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ Galileo Galilei (1564-1642)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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