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Die Attentäter des IS, die in Barcelona für den Tod von 16 Menschen und Hunderte Verletzte verantwortlich sind, planten laut Erkenntnissen französischer Ermittler einen weiteren Anschlag. Ziel sollte der Eiffelturm sein, Wahrzeichen von Paris und Symbol des modernen Frankreichs, der Republik. Ähnlich den Kriegstaktiken in Afghanistan, Irak und Syrien, sollte ein mit ca. 200 Kilogramm beladener Laster mit Sprengstoff gegen den Eiffelturm fahren und detonieren.

Von Young German

Der ursprüngliche Plan der Islamisten soll darin bestanden haben, nach dem Angriff in Barcelona nach Frankreich zurückzukehren und weitere weiche Ziele wie die Nachtclubs in Lloret de Mar und Costa Brava zu attackieren. Die Polizei konnte nachweisen, dass diesbezüglich bereits die Ziele ausgekundschaftet und konkrete Angriffspläne geschmiedet wurden. Danach wollte man die Angriffsserie mit einer Bombenfahrt auf den Eiffelturm zu einem Höhepunkt kommen lassen.

Houssaine Abouyaaqoub, Younes Abouyaaqoub, Said Aallaa, Moussa Oukabir, Youssef  Aallaa, Omar Hychami und der Imam Abdelbaki Es Satty hielten sich größtenteils legal in Europa auf, arbeiteten in normalen Jobs, beispielsweise im Kebabrestaurant oder als Kurier. Einer spielte Indoor-Fußball, ein anderer galt als unauffälliger und netter Schüler. Wenig konkrete Hinweise bei einem halben Dutzend Männern, die seit Monaten Anschläge planten, um «die Ungläubigen für den Ruhm Allahs zu töten» ( Zitat von Moussa Oukabir, BBC ). Im Grunde handelte es sich mehrheitlich um  arbeitende, normale, junge und ruhige muslimische Migranten. Eine Bekannte von Moussa betonte sogar, dass sie sehr überrascht von seinem Verhalten war und derlei nicht von ihm erwartet hätte. Ähnliches hörte man von Houssaine, der früher, etwa drei Jahre zuvor, kaum von einem spanischen Jugendlichen zu entscheiden gewesen wäre. Er trank, feierte ausgiebig und arbeitete in einem normalen Beruf. Erst kurz vor dem Anschlag begann sich sein Verhalten zu ändern und er fing an salafistische Neigungen zu zeigen.

Quinta columna

“Es Satty stand seit über einem Jahrzehnt mit der islamistischen Terrorszene Kataloniens in Kontakt”, sagt Fernando Reinare, Politikwissenschaftler am Elcano Royal Institute und Spaniens führender Terrorexperte. “Er war erfahren und effizient darin, andere zu radikalisieren, und pflegte wahrscheinlich Beziehungen zu Anhängern der Terrormiliz ‘Islamischer Staat’ in Westeuropa.” – Spiegel, 21.08.2017

Quinta columna – die fünfte Kolonne.

Betrachtet man die jungen Muslime, die sich an dem Angriff beteiligten, so fügt sich schnell alles zu einem logischen Gesamtbild zusammen. Imam Abdelbaki Es Satty scheint hier der Schlüsselstein zu sein, der über Monate hinweg diese Muslime in seiner Gemeinde isolieren und für den Terrorismus aktivieren konnte, beinahe auf Knopfdruck. Aus den vermeintlich angepassten Mohammedanern wurden binnen kürzester Zeit Dschihadisten. Dass einige von ihnen bereits vorher, teils versteckte, aber vorhandene Antipathie gegen ihre Gastgesellschaft hatten und dschihadistische Fantasien hegten, spielte Satty vermutlich nur in die Hände. Wer als islamischer Geistlicher in Europa auf ein großes Potenzial, einen riesigen Pool an Jugendlichen zugreifen kann, findet leicht willige Krieger und Bauern im großen Krieg.  Es Satty befand sich einige Zeit zuvor in Belgien, in der Kleinstadt Vilvoorde, wo er dem lokalen Iman als verdächtig erschien, der daraufhin die Polizei kontaktierte. Die Behörden von Katalonien haben im Nachhinein zugeben müssen, dass sie im Vorfeld Es Satty gewarnt wurden, der auch in Spanien bereits straffällig wurde. Warnungen bezüglich seiner aktiven Rektrutierungsbemühungen blieb jedoch ohne Reaktion der Behörden.

Sattys Fall beweist, dass die ausländischen Imame, man denke hier auch an Belgien, Deutschland und England, Schlüsselfiguren bei der Entwicklung von islamischen Terrorzellen in Europa sind. Dass Deutschland es bis heute noch nicht geschafft hat, die DITIP-Imame des Landes zu verweisen und Moscheen, bei denen der Verdacht auf islamistische Umtriebe sich erhärtet hat, zu schließen, ist fahrlässig und wird sich wahrscheinlich bald wieder rächen. Es brauchte Amri am Breitscheidtplatz, ehe eine Berliner Moschee dicht gemacht wurde. Die Faktenlage legt aber nahe, dass es hier nicht um eine, sondern um Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Moscheen geht (Ismail Tipi, Bonn, Hauptstadt der Salafisten ). Österreich hat hier bereits klüger agiert und einige DITIP-Imame und ähnliche Extremisten aus dem Ausland die Einreise verweigert oder zur Ausreise gezwungen. Behördenversagen spielte ebenfalls mit hinein und ermöglichte diesen Anschlag, der durch präventives Eingreifen leicht hätte verhindert werden können, wenn die Verbindung Es Satty von den Behörden ernst genommen worden wäre.

Am Beispiel von Es Satty kann man sehen, wie wichtig die Imame bei der Vernetzung und Planung sind, wie ihre Kontakte ins Ausland den Terrorzellen dienlich sind und wie sie unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die Kämpfer einer Quinta columna in Europa aktivieren können. Manche hegen ja die Hoffnung, dass es bei einer wachsenden Anzahl von Muslimen und muslimischen Parallelgesellschaft in Europa nicht gleichzeitig auch mehr Terroranschläge geben wird. Eine solche Ansicht, kann man wohl nur mit ausgeprägten kognitiver Dissonanz erklären.


Quellen:

https://www.bbc.com/news/world-europe-40977650

http://www.spiegel.de/politik/ausland/abdelbaki-es-satty-wer-war-der-imam-von-ripoll-a-1163730.html

http://www.francesoir.fr/societe-faits-divers/attentat-camion-piege-tour-eiffel-visee-par-terroristes-barcelone

https://www.bbc.co.uk/news/world-europe-40973119

https://www.ismail-tipi.de/aktuelles/bonn-von-der-bundeshauptstadt-zur-salafistenhochburg/

http://www.fdesouche.com/1039521-attentat-de-barcelone-les-islamistes-avaient-prevu-un-bouquet-final-explosif-a-la-tour-eiffel

 

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