Foto: Screenshot/Twitter

Der Schwede Jan Sjunnesson mußte zu einem Polizeiverhör. Was war geschehen? Er hatte zwei Karikaturen gezeichnet.

Von Dr. Jan Henrik Holst

Schweden hat ähnlich wie Deutschland inzwischen sehr restriktive Gesetze dazu, was man noch sagen, schreiben und anderweitig von sich geben darf. Eines davon spricht von „hets mot folkgrupp“ („Hetze gegen Volksgruppen“). Dieses wurde nun dem Journalisten und Karikaturisten Jan Sjunnesson zum Verhängnis. Seine zwei Karikaturen sehen wie folgt aus:

– Die eine war überschrieben „Mustafa will auch mitmachen“. Darauf sieht man, wie Jungs ein Mädchen steinigen, und ein weiterer Junge kommt eilend hinzu, damit er auch dabei sein darf.

– Die andere hatte die Überschrift „Mit Großvater bei der Arbeit“. Sie zeigt, wie zwei arabisch gekleidete Menschen einen schon blutenden Menschen mit Peitschenhieben malträtieren.

Die beiden Karikaturen sind als Kinderbuchtitel dargestellt; zudem stand noch dabei: „Zwei neue spannende Buchtitel für die nächste Buchmesse“.

Hier wird also thematisiert, daß laut Koran Steinigungen und Auspeitschungen für Ehebruch und andere Vergehen als Strafen bestehen („Scharia“), ferner, daß schon Kinder, und zwar auch bei uns in Europa, mit dem Islam indoktriniert werden. Daran wird mithilfe satirischer Mittel Kritik geübt. In einer offenen Gesellschaft mit Meinungsfreiheit muß dies möglich sein. Nicht so in Schweden, das im Nachbarland Dänemark schon spöttisch als „Skandinaviens Nordkorea“ bezeichnet worden ist. Aufgrund des „Hetze-Paragraphen“ kann so etwas zur Anzeige gebracht werden. Humor ist anscheinend nicht jedermanns Sache. Die politische Korrektheit hat Ausmaße angenommen, die für immer mehr derjenigen, die das Falsche sagen, vor dem Richter enden.

Sjunnesson erschien vor einigen Wochen tatsächlich zum Polizeiverhör. Daraufhin wurde er ausführlich zu seinen Ansichten und Gewohnheiten befragt sowie dazu, wie er die Karikaturen denn gemeint habe – denn davon hing ab, wie der Staat nun weiter mit ihm verfahren würde.

Am 22.5. erhielt Sjunnesson einen Brief von der Polizei, unterzeichnet von der Beamtin Özlem Yigin (der Name ist übrigens nicht schwedisch, sondern türkisch). Der Brief informierte ihn, in diesem Fall werde keine Anklage erhoben. Dennoch: Daß ein Bürger sich dem Zeitverlust und dem psychischen Stress eines Polizeiverhörs unterziehen muß, ist ein Unding. Glücklicherweise erfuhr Sjunnesson viel Unterstützung von prominenten Politikern (natürlich nicht im Lager der Feinde der Meinungsfreiheit) sowie beispielsweise von der in Schweden bekannten Sex-Ratgeberin Katerina Janouch.

Wer’s nicht glaubt, kann (auf schwedisch) alles nachlesen. Jan Sjunnesson postete den Brief der Polizei und eine Abschrift des Verhörs auf seinem Internetauftritt:

Polisförhöret med Sjunnesson

Ferner stellte Sjunnesson eine Tonaufnahme des Verhörs auf Soundcloud.

Es ist zu hoffen, daß sich die schwedische Polizei bald wieder um die wirklichen Verbrechen kümmern kann (die es zuhauf in Schweden gibt und die zunehmen), anstatt sich mit politischer Verfolgung zu befassen.

 

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